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Das Negativerlebnis
Wir befuhren einen zweispurigen Roundabout (Kreisverkehr), indem man, wenn man nicht die erste Ausfahrt nimmt, die innere Spur befährt. Im Normalfall blinken die Iren dann nach Rechts, wenn sie weiter fahren, so haben wir es auch gemacht. Vor der entsprechenden Ausfahrt blinkt man dann nach links und die Links fahrenden Verkehrsteilnehmer lassen im Normalfall den entsprechenden Platz. Nur die Führerscheinregelung in Irland ist etwas anderes gehandhabt wie hier (Wenn man von Führerscheinregelung sprechen kann).
Wir wollten die zweite Ausfahrt nehmen, ebenso die Frau, die sich trotz allem in der linken Spur aufhielt. Normalerweise hätte sie den Roundabout also an der zweiten Ausfahrt ebenfalls wie wir verlassen müssen, hat sich aber im letzten Moment anders entschieden. In diesem Moment hat sie das Ausfahren für meine geliebte Partnerin unmöglich gemacht und ihr trotz blinken die Fahrspur zugemacht und sie gerammt.
Geistesgegenwärtig hat sie noch schnell Gas gegeben und ist fast am Auto vorbeigekommen, wurde aber am Heck erwischt. Ich denke allerdings, wenn sie es nicht versucht hätte, wäre mindestens ihr Bein getroffen worden, wer weiss, wie es dann gewesen wäre. Gut, dass sie so ein Reaktionsvermögen hat!!!
Aber es gibt nichts Schlimmeres, als so eine Situation erleben zu müssen. Diese Sekunden der Angst sind endlos, bis alles zur Ruhe bzw. zum liegen gekommen ist. Noch war die Chance auf einen Touch ohne Schaden gegeben, da "nur" das Moped getroffen wurde. Doch durch die Berührung in Schräglage war ein Kontrollieren des Bikes nicht mehr Möglich.
Zum Glück, wenn man es so sagen kann, konnte sie das Moped noch auf die grasbewachsene Verkehrsinsel steuern, die auch nicht mit Schildern "bewaldet" war, so wurde (Unwichtiges zuerst) am Moped "nur" der linke hintere Blinker abgerissen und der Schalthebel verbogen. Ganz leichte Kratzer mal ausgelassen. Das Moped lag zum Teil noch auf meiner Partnerin und so schnell wie ich wollte konnte ich mein Bike nicht abstellen und alles von mir werfen, um endlich eingreifen zu können.
Ich glaube, ich habe keine halbe Minute gebraucht, um endlich das Bike von meinem Schatz zu heben (erstaunlich, wie leicht in so einem Moment 175 kg sind), aber es kam mir unendlich lang vor. Es ist mir nicht möglich, diese Empfindungen in dieser eigentlich kurzen Zeit in Worte zu fassen, Hauptsache nie, nie wieder. Fahrt also nie schneller, als Euer Schutzengel fliegen kann, er kann auch mal einen schlechten Tag haben!
Die Verletzungen meiner Partnerin bezogen sich "glücklicherweise" auf das linke Schienbein und den linken Fuss. Bis Tralee konnte sie noch weiterfahren. Den Abend verbrachten wir mit viel Ruhe und Eis auf den verletzten Stellen.
Ich möchte aber erwähnen, dass die Verursacherin sofort angehalten und soweit es ging geholfen hat und unaufgefordert ihre kompletten Daten aufgeschrieben und hinterlassen hat. Ich gebe zu, sie wäre mir nicht entkommen! Den entstandenen Schaden hat sie inzwischen reibungslos übernommen. An die Fahrerin (Name nicht genannt) Danke für die nicht mehr selbstverständliche Fairness!!!
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